1. September 1898: In Deutschland regiert der Kaiser. Die industrielle Revolution gewinnt auch in Deutschland an Tempo, viele kleine und mittlere Handwerksbetriebe und Manufakturen werden gegründet. In Osnabrück entschloss sich der Drucker Karl-Otto Früh, eine Druckerei zu gründen. Leider ist aus dieser Gründerepoche der „Osnabrücker Buchdruckerei GmbH“ wenig bekannt.
Erst im Jahr 1912, mit der Errichtung eines Wohn- und Geschäftshauses in der Dielingerstraße 11, lichtet sich der Nebel der Geschichte ein wenig. In diese Zeit fällt wahrscheinlich auch die erste Ausgabe des „Telephon-Adressbuchs für Osnabrück und Umgebung“.
Im Jahr 1927 beteiligte sich der Großvater des heutigen Geschäftsführers Sönke Sander, Ludwig Schmidt, an der Druckerei, die 1932 in ein Einzelunternehmen unter seiner Führung umgewandelt wurde. Der Verlag widmete sich damals hauptsächlich der Erstellung von Geschäftsdrucksachen aller Art, Katalogen und Broschüren.
Am Palmsonntag 1945 fiel das Wohn- und Geschäftsgebäude in der Dielingerstraße 11 den Bomben zum Opfer. Der Wiederaufbau gestaltete sich schwierig. In den Jahren des Wiederaufbaus und des sogenannten „Wirtschaftswunders“ wurde das Einzelunternehmen wieder in eine GmbH umgewandelt und Tochter Irmgard Sander geb. Schmidt sowie deren Mann Eckfried Sander beteiligten sich am Unternehmen und wurden Mitgesellschafter.
Zu dieser Zeit entdeckte die Druckerei mit der Produktion von Schallplattenetiketten eine Marktlücke. Bis zu 50 Millionen Etiketten wurden pro Jahr hergestellt, so daß wohl fast jeder in der „Vor-CD-Zeit“, ein Druckerzeugnis aus dem Hause Schmidt sein eigen nannte.
Ab 1950 widmete sich der Verlag Ludwig Schmidt auch wieder schwerpunktmäßig der Erstellung von Fernsprechbüchern für den Großraum Osnabrück. 1976 erfolgte dann der sanierungsbedingte Umzug des Unternehmens von Osnabrück nach Georgsmarienhütte, wo 1979 Sönke Sander den Verlag übernahm.
Im Laufe der Jahre wurden aus dem „Register Telephon Adressbuch für Osnabrück und Umgebung“ die eigenständigen Das Örtliche Fernsprechbücher, die einen Bereich von Vechta bis Ahlen und von Melle bis Hörstel abdecken. Heute, mehr als 100 Jahre nach der Gründung des Unternehmens, ist Sönke Sander alleiniger Gesellschafter. Zusammen mit seiner Ehefrau Gabriele Sander leitet er das traditionsreiche Unternehmen.
Insgesamt 19 Mitarbeiter im Innen- und Außendienst sorgen für die Bearbeitung der 19 Örtlichen und den damit verbundenen weit mehr als 400.000 Teilnehmerdaten.